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"Wie hoch ist wohl unsere Schule?" – dies war die Ausgangsfrage für eine praxisorientierte Unterrichtseinheit der Klasse 9d unter der Leitung ihres Mathematiklehrers Dieter Wolf.

Zunächst galt es, einige praktische Überlegungen anzustellen. Über das Anvisieren der Höhe mit einer Stange näherte sich die Klasse der mathematischen Theorie an, den Strahlensätzen, einem Themengebiet des Geometrieunterrichts der neunten Jahrgangsstufe. Durch Ausprobieren sowie mit Hilfe von Skizzen wurden deren Inhalte verdeutlicht und geometrische Zusammenhänge sichtbar.

Nachdem die mathematischen Grundlagen erarbeitet waren, konnte die Höhe von Gebäuden bestimmt werden, ohne an diesen selbst das Maßband anlegen zu müssen. Für die eigentlichen Messungen wurde zuerst ein Messgerät zur Höhenbestimmung von Gebäuden angefertigt. Aus Karton, Holzstäbchen und Streichholzschachteln stellten die Schüler ein "Försterdreieck" her. Dann starteten sie den ersten Messversuch an der katholischen Kirche in Roth.

Es stellte sich allerdings heraus, dass die Messung konkreter Objekte mit mehr Schwierigkeiten verbunden war, als die Berechnung einer Skizze. So mussten sich die Schüler beispielsweise beim Anvisieren des Objektes freie Sicht durch Bäume hindurch schaffen. Doch nach einigem Experimentieren waren auch diese Probleme gelöst und die ersten Messergebnisse lagen vor: Auf eine Höhe von 37,80 Metern kamen die Schüler. Nun entstand Spannung: Wie hoch ist die Kirche denn laut amtlichen Messungen tatsächlich? 37,50 Meter. Die Schüler samt Lehrer konnten also mit ihrem Resultat zufrieden sein.

Nach den ersten Erfolgen wurden die gewonnenen Erfahrungen dann beim Turm und Schloss Ratibor angewandt, und schließlich bei der evangelischen Stadtkirche. Dort kamen die Grenzen des Försterdreieckes zutage: Die dichte Bebauung der Rother Innenstadt verhinderte eine freie Sicht auf die Kirche. So wurde in diesem Fall auf eine Messlatte zurückgegriffen, mit deren Hilfe die Kirche anvisiert wurde. Den Abschluss des Experiments stellt die Beantwortung der Ausgangsfrage dar – die Höhenbestimmung der Schulgebäudes. Diese gelang auf zehn Zentimeter genau! Die Höhe ist 11,23 Meter.

Als Abschluss wurde ein Schaukasten gestaltet. Bild, Text und Modelle zeigen die intensive Auseinandersetzung der Schüler mit der Thematik der Strahlensätze sowie die Anwendung und Umsetzung in die Praxis.

Mathematik, nur ein theoretisches Schulfach? Die Schüler der Klasse 9d konnten die Bedeutung der Mathematik im Alltag erleben. Wen dies genauer interessiert, kann die Ergebnisse der Unterrichtseinheit auf einer Internetseite des Gymnasiums nachlesen, die von einigen Schülern der Klasse erstellt wurde.

Dieter Wolf